„Ich bin das zweite Mal im Dialogos und profitiere von meiner erneuten Chance in einer Stadtwohnung. Ich lebe in der Nähe des Teambüros mit zwei Kollegen, mit denen ich mich sehr wohl fühle. Wir schauen aufeinander und die ruhige und zuverlässige Art der anderen ermutigt mich. Wir haben keine Spannungen. Die Wohnung ist neu und gibt mir Sicherheit, weil ich weniger an die Vergangenheit erinnert werde. Das kann ich schwer erklären, aber in all den alten Wohnungen, in denen ich früher lebte, verwahrloste ich zunehmend. Hier packt es mich manchmal und dann putze ich und räume mein Zimmer wieder auf und sonst werde ich vom Team wieder daran erinnert. Mit dieser selbständigen Wohnform erhoffe ich mir, dass ich für meine Beiständin von Dialogos die Bestätigung bekomme, dass ich fähig bin, in der eigenen Wohnung zu leben. Wenn mir jemand bei der Wäsche helfen will, dann weigere ich mich, diese Hilfe anzunehmen, wenn ich keine Wäsche mehr habe, dann muss ich eben morgens vor dem Kaffee eine Waschmaschine füllen.

Ich lebe seit sechs Monaten ohne Medikamente, hatte vieles ausprobiert innerhalb von vielen Jahren und kam auch mit Medikamenten an den Anschlag. Medikamente blockieren die Selbstwahrnehmung und verhindern eine Verarbeitung von schwierigen Themen. Selbst mit Medikamenten „tickte ich manchmal aus“. Ich brauche das Wahrnehmen meiner Grenzen, selbst wenn ich nur noch weine oder Existenzangst habe. Ich bin eine Kämpfernatur und ein Energiebündel. Ich habe ein Gebet gefunden und bin in jeder Stunde mit Gott verbunden, das hilft mir, selbst im Umgang mit den Psychiatern.“

Gedicht von Angelo
Nimm dich an und öffne dich
Nimm dich an und lerne
Nehme wahr, was hier geschieht
Nimm es aus der Ferne
Zeit und Raum verschieben sich
Ich bin du und du bist ich
Gott ist alles, was er schafft
Gott ist eine ganze Kraft
Gott ist in dir – in mir
Pflanze, Blume, jedem Tier
Gott ist Liebe – Gott ist Leben
Er hat dir sehr viel zu geben
Nehme an und öffne dich
Gott hilft dir und mir. Amen